vom 11. 11. 2003
 von tip

Webauftritt der Westfälischen Rundschau

 
Max-Born-Realschüler recherchieren zum Thema Raubkopieren
und Strafen beim Download von Filmen und Musik

Copypolice: Den Piraten des Netzes auf der Spur

Wie wird eigentlich eine DVD produziert? Und welche Konsequenzen haben Raubkopien? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Informatikklassen der Max-Born-Realschule.
 
   Ein Projekt, das eine ausgiebige Recherche voraussetzte: "Deshalb haben wir zunächst einen Tag in der Firma e-m-s newmedia verbracht, um zu sehen, wie eine DVD erstellt wird", erzählt Daniel (15). Und so konnten die Schüler hautnah miterleben, dass eine DVD erst die Stationen Produktvorbereitung, Video- und Audioschnitt, Untertitelung, Chaptering, Screendesign und Marketing durchlaufen muss, bevor sie zum eigentlichen Vertrieb gelangt.
 

© MBR / Udo R. Pfeifer

Von den eigenen Raubkopien erschlagen: Auch eine Art von "Strafe", die dem unerlaubten Downloaden von Musik und Filmen aus dem Internet folgen kann, befürchten die Schüler der Informatikklassen der Max-Born-Realschule.

  "Durch die Besichtigung der Produktionsfirma ist den Schülern erstmals bewusst geworden, dass ein Preis von rund 20 Euro pro DVD völlig gerechtfertigt ist", berichtet Informatiklehrer Udo R. Pfeifer und hofft, dass sich dadurch das Bewusstsein der Schüler bezüglich Raubkopien verändert hat.
   Die sind auch auf dem Schulhof keine Seltenheit. "Im Grunde kann man alles bekommen, egal ob Musik oder die neuesten Filme", sagt ein Schüler. Ein Grund mehr für die Schüler, auch die Konsequenzen genauer zu untersuchen. Hierzu wurde Horst Soltysiak von der Initiative "copypolice" eingeladen, der über die Folgen des Downloadens und des Verkaufs von Raubkopien aufklärte.
   Gegründet wurde die Initiative vor etwa zwei Jahren. Ihr Ziel: gegen das fehlende Unrechtsbewusstsein der Nutzer anzugehen, Internetpiraterie anzuprangern. "Die Verbreitungswege von urheberrechtlich geschützten Inhalten sind so zahlreich geworden, dass wir durch unsere Aufklärungsarbeit einen höheren Sensibilisierungsgrad erreichen wollen", erklärt Horst Soltysiak. Dies sei nötig, da die meisten nicht wüssten, dass es sich beim Downloaden nicht um ein Kavaliers-, sondern Strafdelikt handelt, das mit Geld- und Gefängnisstrafen geahndet wird.
   "Copypolice versteht sich nicht als Internet-Polizei, sondern als Anlaufstelle und Aufklärungsorgan", so Soltysiak. Ihre Erfahrungen stellt die Initiative den Institutionen zur Verfügung, die sich mit der Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen befassen. "Seit unseren Recherchen und speziell durch den Vortrag von Herrn Soltysiak sind wir alle sehr unsicher im Umgang mit Raubkopien", sagt Niklas (15), der vorher die möglichen Folgen nicht kannte.
 
Projekt geht bei bei den Netd@ys an den Start
  
   Doch das reicht den Schülern nicht. Sie haben zudem einen Internetfragebogen zum Thema Raubkopien erstellt. "Es ist erschreckend, wie viele sich der Konsequenzen gar nicht bewusst sind und regelmäßig Filme und Musik downloaden", so Pfeifer über die ersten Ergebnisse.
 
   Mit dem Gesamtprojekt wollen sich die Schüler in diesem Jahr wieder bei den Netd@ys 2003 bewerben, die jedes Jahr Preise für Online-Projekte vergeben.